Pulverturm Griesfeld - Hochkeilhaus


Gegenüber in der „Kreuzbergmaad“ steht der „Pulverturm“. 1854 erbaute man im Griesfeld einen gemauerten sechseckigen Turm, der um 1939 von Sepp u. Mädi Kreuzberger zur Maria-Hilf-Kapelle umgestaltet wurde. In dieser haben sich so manche Paare das „Jawort“ gegeben - auch Taufen gab es schon. Um die landläufige Bergarbeiterkrankheit Skorbut in Griff zu bekommen, musste vitaminhaltige Nahrung herbeigeschafft werden. So wurde in den 1870er Jahren das Griesfeld - übersäht mit unzähligen Steinen - von der Kupfergewerkschaft angekauft und von den Bergmännern in mühevoller Arbeit frei geräumt. Dann wurden mit dem Geröll Steinmauern - ca. 8 km lang - errichtet. So entstanden saftige Almwiesen für Viehhaltung und Milchwirtschaft nach Allgäuer Vorbild.

Knapp unterhalb steht das „Hochkeilhaus“. 1857 als „Josefi Berghaus“ gebaut, war es die Unterkunft der Bergknappen, die in den Stollen am Mitterberg ihrer beschwerlichen Arbeit nachgingen. Im Parterre befand sich ein großer Raum mit langen Kochherden mit vielen Feuerstellen. In dieser Gemeinschaftsküche hatte jeder Bergarbeiter seinen „Koststock“, eine hölzerne Truhe mit Deckel und Schloss zum Aufbewahren seiner Lebensmittel. Die oberen Stockwerke dienten als Schlafräume mit Luken zur Küche, wodurch diese beheizt waren. Seit 1984 dient es als Jugendgästehaus der Familie Radacher.

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Schiachpercht

Ich komme jedes Jahr im Jänner, in den Rauhnächten, wo es bitterkalt ist. Ich habe ein dickes Fell, lange Hörner und schaue grimmig drein. Meine Glocken hörst du schon von Weitem und ich laufe mit meinen dunklen Gesellen beim Perchtenlauf durch die Orte im Pongau. Ich besuche die Menschen jedes Jahr in der kältesten und dunkelsten Zeit des Jahres. Manche Kinder fürchten sich von mir, sie laufen davon oder manche sind ganz tapfer und geben mir die Hand. Ich habe eine Rute mit, aber ich tue euch nichts, ich schau nur so grimmig drein, damit der Winter Angst vor mir bekommt.

Ich bin der Schiachpercht („schiach“ = hässlich) und komme, um den Winter auszutreiben. Die Kälte und Dunkelheit sollen weichen und der Frühling soll bald kommen. Mit mir kommen die Hexen, die Habergoas und auch die Schönperchten. Nur einmal im Jahr lassen wir uns blicken, bis wir im nächsten Jahr wieder gebraucht werden, um den Winter auszutreiben.

Schiachpercht – Schönpercht

Im Winter um den Jahreswechsel kommen die Schön- und Schiachperten („schiach“ = hässlich) in den Pongau. Die Schiachperchten, mit ihren lauten Glocken und den hässlichen Larven („Masken“), vertreiben jedes Jahr aufs Neue den Winter. Die Schönperchten mit ihren schön geschmückten Kappen bringen viele Glückwünsche, Segen und Fruchtbarkeit für das neue Jahr mit sich. Zu den Perchten kommen auch die Hexen, die Masken, Kleider und Strickjacken tragen und ihr Unwesen beim Perchtenlauf treiben. Sie werfen mit Mehl und Sägespänen um sich und kehren mit ihren Besen das alte Jahr aus. Neben den Perchten und Hexen gibt es noch ganz viele weitere Figuren, die beim Perchtenlauf dabei sind. So gibt es zum Beispiel noch die Habergeiss, die Bären, das Waldmandl und den Jäger und viele weitere Figuren, die einmal im Jahr die Menschen im Pongau besuchen.

Der Perchtenlauf, eine lange Tradition im Pongau

„An Fried, an Reim und an Gsund“, also Frieden, Glück und Gesundheit, wünschen die Schönperchten jedes Jahr beim Perchtenlauf. Dieses Spektakel ereignet sich rund um die Rauhnächten, an den Tagen vor und nach dem Jahreswechsel. Im Pongau findet seit 1957 jährlich der große Perchtenlauf abwechselnd in den Gemeinden, Bischofshofen, Altenmarkt, Bad Gastein oder St. Johann im Pongau statt. Eine Vielzahl an Schön- und Schiachperchten, Hexen mit ihren Besen und andern Gestalten laufen durch die Orte, vertreiben den Winter und die bösen Geister der dunkeln Jahreszeit. Sie bringen Glückwünsche für das neue Jahr mit.

Die Schönperchten tragen keine Masken oder „Larven“, wie sie hier genannt werden, sondern Kappen mit einer langen Tradition. Das sind oft mehrere Meter hohe und fein handwerklich gefertigte Kopfbedeckungen, welche bis zu 40 kg schwer sind. Sie werden häufig in den Familien weitergegeben und schön geschmückt. Auf Kommando des Perchtenhauptmannes verneigen sich die Schönperchten vor den Besucherinnen und Besuchern und wünschen ihnen so den Segen, Glück und Fruchtbarkeit für das neue Jahr. Beim Perchtenlauf dürfen laut der Tradition nur Männer mitwirken, nur bei den Blasmusikkapellen dürfen auch Frauen dabei sein. Die Perchtentradition hat ihre Ursprünge bereits im 17. Jahrhundert und wurde 1867 erstmal urkundlich belegt.

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