Knappenleben - 19./20. Jahrhundert


Über das Essen der Knappen ist man dadurch informiert, weil diese durch die einseitige Kost - hauptsächlich Schmarren, kaum Fleisch, Obst und Gemüse - an Skorbut litten, weshalb ein Arzt um 1865 die Rinderzucht mit Milchwirtschaft empfahl. Die Steinmäuerchen um die Weiden am Griesfeld - im Gebiet des Hochkeil, unterhalb dem Hochkönig - wurden von den Knappen mit den Steinen errichtet, welche sie aus den Weideflächen entfernten.

Der Bergbau unterhielt z.B. Knappenheime für ledige Knappen, wie das abgebrannte Gasthaus von Sepp Bradl.

Gründeten sie eine Familie, wohnten sie in den durch die Erker (besonders in Mühlbach) kenntlichen Gebäuden. Natürlich waren außer den (anfänglich aus Tirol) zugezogenen Knappen auch Bauernsöhne und Knechte im Bergwesen tätig. In der Aufbereitung waren bis zur Schließung auch viele Frauen beschäftigt. Kartoffelanbau ist bis 1.500 m und Getreideanbau bis 1.200 m Seehöhe nachgewiesen. Bedenkt man, dass man für den Lebensunterhalt einer Person etwa 3 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche benötigt, wird verständlich, dass die gesamte Region die Bergleute mit Lebensmittel versorgte.

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