Knappenleben - Prähistorische Zeit


Da es im Geopark Erz der Alpen keine Gräberfelder gibt, kann das familiäre Leben der Urzeit nur bruchstückhaft rekonstruiert werden. Frauen und Kinder waren wohl in der Aufbereitung tätig, während die Männer untertage, wie auch im Hüttenwesen beschäftigt waren. Dazu kommen noch die Holzwirtschaft und die Köhlerei. Für das tägliche Leben war das Halten von Schafen und Ziegen von großer Notwendigkeit.

Durch gesammelte Kuhfladen, die zur Bindung von mehlfeinem Erz verwendet wurden, ist man auch über die damals bereits betriebene Rinderhaltung unterrichtet.

Getreide musste primär aus dem klimatisch begünstigten Alpenvorland bezogen werden. Kinder- und Frauenarbeit wird es vermutlich in der Aufbereitung gegeben haben sowie für den Nahrungserwerb (Weidewirtschaft und Schweinezucht). Neben Holzgebäuden im unmittelbaren Bereich der Abbaue haben die Menschen auch in den in Blockbauweise über den Röstbetten und Schachtöfen errichteten Gebäuden mit Flachdach und Legschindeln gewohnt. Das Leben war sicher beschwerlich, doch deuten Siedlungshügel auch auf eine komfortablere familiengerechte Lebensweise hin. Es gab auch einfache zeltartige Hütten, v.a. bei den Köhlereien.

Kids


Das Steigerlied

Das Lied aus dem Bergbau (im Erzgebirge) stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist also schon sehr alt. In diesem Lied wird die Arbeit der „Steiger“, also der Bergleute, die in den Berg hinabstiegen beschrieben, um ihre harte Arbeit zu verrichten und die funkelnden Erze abzubauen. Im Lied beschreibt der Bergmann die Erleichterung nach der vollbrachten Arbeit, wieder unversehrt ans Tageslicht zu steigen und zu seinen Lieben nach Hause kehren zu können.

 

„Glück auf, Glück auf!

Der Steiger kommt

Und er hat sein helles Licht

bei der Nacht

Schon angezünd’t.

Hat’s angezünd’t!

Es wirft seinen Schein,

und damit so fahren wir –

bei der Nacht,

ins Bergwerk ein.

Ins Bergwerk ein,

wo die Bergleut sein,

die da graben ja das Silber und das Gold –

bei der Nacht,

ins Felsenstein

[…]

Ade, ade, ade, ade!

Herzliebste mein!

Und da unten in dem tiefen, finstren Schacht

-bei der Nacht,

da denk ich dein.

Und kehr ich heim,

zum Liebchen mein,

dann erschallt der Bergmanns Gruß –

bei der Nacht,

Glück auf! Glück auf!“

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